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Die Kapitulation wurde in zwei Akten vollzogen: Der erste Teil
fand am 7. Mai in Reims im Hauptquartier General Eisenhowers, des
Oberkommandierenden der Westalliierten (Supreme HQ of the Allied
Expeditionary Forces - SHAEF), der zweite Teil im Hauptquartier
der 5. sowjetischen Stoßarmee in Berlin-Karlshorst am 8. Mai
1945 statt.
Dem britischen Foreign Office erschien wichtig, dass die höchsten
militärischen und zivilen Repräsentanten des Deutschen
Reiches die Kapitulation unterzeichneten. Anfang Mai waren jedoch
nur noch die Wehrmachtsbefehlshaber vorgesehen, da die Dönitz-Regierung
nicht anerkannt wurde. Einzig vollziehende Gewalt für die Alliierten
war die Wehrmacht.
In diesen letzten Tagen vor der Kapitulation liefen zwei Vorgänge
parallel: Deutsche Abgeordnete der Dönitz-Regierung führten
Verhandlungen in Reims. Zugleich machte Stalin klar, dass eine Kapitulation
nur in Anwesenheit des sowjetischen Oberkommandierenden Gültigkeit
habe.
Am 5. Mai 1945 bat Generaladmiral von Friedeburg in Reims die Kapitulation
aller den westlichen Verbänden gegenüberliegenden deutschen
Truppen an. Dieses Angebot wurde von Eisenhower strikt abgelehnt.
Am 6. Mai schließlich bot Generaloberst Alfred Jodl (Chef
des Wehrmachtführungsstabes), der zuvor die Vollmacht von Dönitz
hierzu eingeholt hatte, die allgemeine Kapitulation an, nachdem
die Alliierten gedroht hatten, mit der Bombardierung deutscher Städte
fortzufahren. Eisenhower kam dem deutschen Wunsch nach Zeitgewinn
für eine Umgruppierung der deutschen Truppen zur westlichen
Front entgegen, damit diese sich in westalliierte Gefangenschaft
begeben konnten.
Am Morgen des 7. Mai 1945 gegen 2.40 Uhr wurde die Urkunde der bedingungslosen
Kapitulation unterzeichnet, in der als Termin für die Waffenruhe der 8. Mai 23.01 Uhr
mitteleuropäischer Zeit festgesetzt wurde.
Wenngleich an der Rechtsgültigkeit
dieser Kapitulationsunterzeichnung kein Zweifel bestand, war für
die Alliierten mit diesem Akt noch nicht alles abgeschlossen: Jodl
verfügte über keine Kommandogewalt in der Spitze der Wehrmacht,
auch hatte Eisenhower nicht unterschrieben, sondern sein Stabschef,
General Smith. Von sowjetischer Seite war lediglich Generalmajor
Susloparow anwesend. Von daher wurde der deutschen Delegation zusammen
mit der Kapitulationsurkunde ein Dokument zur Unterzeichnung vorgelegt,
demzufolge die Oberbefehlshaber der Wehrmacht wie auch der Teilstreitkräfte
am darauf folgenden Tag, also am 8. Mai, an einem noch zu bestimmenden
Ort (es wurde dann Berlin festgelegt) in Anwesenheit des sowjetischen
Oberkommandos die Urkunde zu ratifizieren hätten.
Bereits am 6. Mai war den alliierten Militärrepräsentanten
in Moskau eine diplomatische Note übergeben worden. Erstens
sollte die Kapitulation nicht im westlichen HQ stattfinden; zweitens
würden Änderungen am westlichen Entwurf vorgenommen. Die
Note gelangte jedoch erst am Morgen des 7. Mai gegen 01.00 Uhr nach
Washington. Ob die Verzögerung in der Übertragung gewollt
oder technisch bedingt war, bleibt bis auf weiteres unklar.
In Reims wurde bedingungslos kapituliert; in Berlin wurde die Kapitulation
ratifiziert.
Am späten Vormittag des 8. Mai 1945 trafen die Delegation der
amerikanischen und britischen Alliierten aus Reims am Flughafen
Tempelhof ein. Die Delegation wurde angeführt von Luftmarschall
Tedder, dem Stellvertreter Eisenhowers und britischen Bevollmächtigten
für das westliche HQ. Weitere Mitglieder der Delegation waren
der Oberkommandierende des strategischen Bomberkommandos als Repräsentant
der USA, General Spaatz, sowie General de Lattre de Tassigny, der
Vertreter Frankreichs. Die deutsche Delegation wurde mit einem amerikanischen
Flugzeug aus Flensburg nach Tempelhof eingeflogen. Ihr gehörten
Generalfeldmarschall Keitel, Generaloberst Stumpff und Generaladmiral
von Friedeburg an.
Durch Verhandlungen über kleine Veränderungen im Text
und dem Fehlen einiger Zeilen in der russischen Fassung verzögerte
sich der Akt, der eigentlich für den Nachmittag terminiert
war. Kurz vor Mitternacht versammelten sich die alliierten Delegationen
im großen Speise- und Festsaal des Offizierskasinos. Die deutsche
Delegation betrat den Saal erst kurz nach Mitternacht. Der ganze
Akt der Kapitulation dauerte weniger als 15 Minuten und wurde ohne
begleitende politische Erklärungen vollzogen. Keitel versuchte,
noch einige Änderungen herbeizuführen, stieß aber
auf rigorose Ablehnung. Schließlich wurde das Dokument unterzeichnet,
und zwar auf deutscher Seite von Generalfeldmarschall Keitel für
Wehrmacht und Heer, Generaloberst Stumpff für die Luftwaffe
sowie Generaladmiral v. Friedeburg für die Marine. Für
die Alliierten unterzeichneten: Marschall Shukow als Oberkommandierender
der Roten Armee, Luftmarschall Tedder für das westliche Hauptquartier,
als Zeugen General Spaatz für die Amerikaner und General de
Lattre de Tassigny für die französische Seite.
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