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Die Übertragung stalinistischer Herrschaftsmethoden auf die
eigene Besatzungszone war unmittelbar nach dem Kriegsende für
die UdSSR eine Selbstverständlichkeit. Ebenso schuf sie sich
von Anfang an eine Machtbasis in der neuen Verwaltung, indem der
KPD - ab 1946 der SED - Schlüsselpositionen verschafft wurden.
Solange die UdSSR nach 1945 von Deutschland als Einheit ausging,
schienen verschiedene Entwicklungen möglich: Die Umformung
zu einem sozialistischen Gesamtdeutschland war ein Maximalziel,
aber machtpolitisch angesichts der anderen Siegermächte unrealistisch.
Auf der anderen Seite war als mögliches Maximalziel ein langfristig
entmilitarisiertes und neutralisiertes Deutschland denkbar, das
durch umfassende Reparationen und Wirtschaftsbindungen die Entwicklung
der UdSSR stützen konnte. Mit der Frontstellung des Kalten
Krieges waren beide Zielsetzungen ohne Chance zur Verwirklichung,
so wurden die Weichen darauf gestellt, den eigenen Herrschaftsbereich
zu festigen und nach sowjetischem Vorbild umzuformen.
Der 1949 neu gegründete Staat DDR entwickelte sich in den folgenden
vierzig Jahren in enger Abhängigkeit von der Sowjetunion. Eine
Grundlage seiner Existenz war die Präsenz großer sowjetischer
Truppenverbände. Deren Bedeutung wurde schon frühzeitig
anlässlich des Aufstands vom 17. Juni 1953 demonstriert. Auch
wenn bis zu 400.000 sowjetische Soldaten auf dem kleinen Gebiet
der DDR stationiert waren, blieben diese von der deutschen Bevölkerung
völlig getrennt.
Eine herausragende Bedeutung in den Beziehungen zwischen der Sowjetunion
und der DDR besaßen die wirtschaftlichen Verbindungen. Im
Zusammenhang einer internationalen Aufgabenverteilung durch die
UdSSR baute die DDR stark spezialisierte Industriezweige auf, gleichzeitig
erhielt sie Energie und Rohstoffe vorrangig aus der Sowjetunion
geliefert.
Die Kulturbeziehungen waren zu einem beträchtlichen Teil durch
die Obrigkeit verordnet, ohne von der Bevölkerung angenommen
zu werden. Die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft
war eine der größten Massenorganisationen, ohne dass
damit wirklich breites Interesse geweckt worden wäre. Gleichzeitig
wurden allerdings auf zahlreichen Gebieten von Wissenschaft und
Kultur sehr intensive Beziehungen aufgebaut, die auch nach dem Ende
der DDR eine große Bedeutung behalten.
Die starke Abhängigkeit der DDR von der Sowjetunion kam in
einem untertänigen Verehrungskult zum Ausdruck, der der Freundschaft
zur Sowjetunion schließlich sogar Verfassungsrang gab. Als
die DDR-Führung nach 1985 versuchte, gegen die reformbereite
UdSSR einen dogmatischen Kurs fortzusetzen, verlor sie nicht nur
die Unterstützung der sowjetischen Militärmacht, sondern
auch gegenüber der eigenen Bevölkerung ihre Autorität,
die sich immer auf den großen Bruder Sowjetunion gestützt
hatte.
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