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Museum . Dauerausstellung . Kapitel 15. Langtextversion

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Die Sowjetunion und die Bundesrepublik Deutschland
 

Die Entwicklung geregelter Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion wurde lange Zeit durch starke politische Barrieren behindert. Die weltpolitische Polarisierung infolge des Kalten Krieges machte eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen zunächst unmöglich. Hinzu kamen die belastenden Erfahrungen durch den deutschen Krieg gegen die Sowjetunion, ihre weitgehende Verdrängung in der Bundesrepublik und ihre politische Instrumentalisierung auf sowjetischer Seite zur Rechtfertigung des stalinistischen Systems.

Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen, die Adenauer und Chruschtschow im September 1955 in Moskau vereinbarten, stellte einen ersten Wendepunkt dar. Frühere Vermittlungsversuche der Evangelischen Kirche und des Deutschen Roten Kreuzes konnten, nicht zuletzt aufgrund der emotionalisierten Atmosphäre in der Bundesrepublik, zur damaligen Zeit noch keinen Durchbruch erzielen. Ohne Erfolg blieb auch die sog. Stalin-Note vom 10. März 1952, deren Ernsthaftigkeit nicht einmal geprüft wurde.

Doch auch der deutsch-sowjetische Vertrag vom September 1955 war, ungeachtet seiner prinzipiellen Bedeutung, zunächst nur von begrenzter Wirkung. Ungelöste Fragen wie der Berlin-Status oder das Verhältnis zwischen der Bundesrepublik und der DDR wie auch Spannungen zwischen den Großmächten USA und UdSSR schufen immer wieder neue Konfliktherde. Dennoch nahmen die Handelsbeziehungen beider Staaten seit Ende der fünfziger Jahre zu.

Erst im Zuge der allmählichen Entspannung zwischen den Großmächten und der darauf folgenden neuen Ostpolitik der Regierung Brandt-Scheel wurde eine tatsächliche Normalisierung und Belebung der beiderseitigen Kontakte eingeleitet. Die Unterzeichnung des Moskauer Vertrages im August 1970 markierte einen wichtigen Wendepunkt. Eine bedeutende Rolle spielte dabei der ökonomische Faktor: Bereits im Februar 1970 war der Abschluss eines umfangreichen Erdgas-Röhren-Geschäftes erfolgt.

Zwar gab es auch in der Folgezeit Phasen politischer Konflikte und Spannungen, sie blieben jedoch in ihrer Auswirkung begrenzt. So führten der Krieg in Afghanistan und die Auseinandersetzungen in der Nachrüstungsfrage nicht zu einer neuen Konfrontation und dem Abbruch aller Beziehungen. Die neue sowjetische Außenpolitik unter Gorbatschow und Schewardnadse schließlich erweiterte seit 1985 den Handlungsrahmen in entscheidendem Ausmaß. Sie ebnete den Weg zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten und zum Abschluss des deutsch-sowjetischen Freundschaftsvertrages im November 1990.


KURZTEXTVERSION
 
 
   Wahlplakat der CDU zur Bundestagswahl

   Generalsekretär Breshnew und Bundeskanzler Brandt bei einem Gespräch im Kanzlerbungalow in Bonn

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