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Museum . Dauerausstellung . Kapitel 1 . Langtextversion

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Deutsch-sowjetische Beziehungen 1917-1933
 

Die Oktoberrevolution der Bolschewiki war von der deutschen kaiserlichen Regierung unterstützt worden, weil diese mit der neuen Regierung den Weltkrieg an der östlichen Front beenden und ihr im März 1918 in Brest-Litowsk den Frieden diktieren konnte. Der Friedensvertrag verschob die deutschen Grenzen weit nach Osten und schuf eine Reihe abhängiger Staatsgebilde vom Baltikum über die Ukraine bis in den Kaukasus. Das halbkoloniale Imperium in Osteuropa brach schon im November 1918 mit der Niederlage und der Revolution in Deutschland zusammen. Während die sowjetrussische Regierung jetzt auf die Radikalisierung der Revolution in Deutschland hoffte, sahen deutsche Führungsschichten in der eigenen Revolution ein Werk der Bolschewiki. In den Bürgerkriegs- und Unabhängigkeitskämpfen der baltischen Staaten kämpften deutsche Truppen und Freikorps gegen die "roten" Bürgerkriegstruppen.
 
Nach dieser Phase feindseliger Konfrontation näherten sich Deutschland und Sowjetrussland zwischen 1920 und 1922 einander wieder an. Beide Staaten sahen sich im Gegensatz zu den Siegermächten des Weltkriegs und insbesondere zu Polen. Verbindend wirkten wirtschaftliche Interessen. 1922 nahmen durch den Vertragsabschluss von Rapallo beide Länder wieder normale Beziehungen auf. In dem Berliner Vertrag von 1926 wurden diese Beziehungen ausgebaut. Am engsten gestalteten sich die deutsch-russischen Beziehungen in der geheimen Zusammenarbeit zwischen der Reichswehr und der Roten Armee. Seit der Mitte der zwanziger Jahre wurden in der Sowjetunion Zentren für die Flieger-, Panzer- und chemische Kampfführung der Reichswehr eingerichtet, die ihr durch den Versailler Vertrag verboten waren. Die Sowjetunion profitierte von diesen Entwicklungen wie auch von der Generalstabsausbildung der Reichswehr.
 
Trotz dieser engen Zusammenarbeit, die sich auch auf viele Bereiche von Wissenschaft und Kultur erstreckte, fürchteten beide Seiten im Grunde das andere System und hofften auf dessen Zusammenbruch. In der Sowjetunion schufen Bedrohungsvorstellungen von einer weltumspannenden kapitalistischen Verschwörung das Klima einer fortgesetzten Belagerung. Dieses Feindbild war nicht von nationalen, sondern sozialen Klischees bestimmt. Sowjetrussland unterstützte daher auch die deutschen Kommunisten, die in einer zweiten Revolution die Weimarer Republik nach sowjetischem Vorbild umwälzen wollten. Aus der anfänglichen Unterstützung wurde bis zur Mitte der zwanziger Jahre eine straffe Anbindung der KPD an die sowjetische Politik. Für die deutschen Kommunisten verband sich die Isolierung in der eigenen Gesellschaft mit der Idealisierung der sowjetischen.
 
Auf der anderen Seite sahen sich in Deutschland große politische Gruppen wie auch die Kirchen durch den "Bolschewismus" fundamental bedroht. In der Auseinandersetzung mit dem revolutionären Anspruch dominierte ein undifferenziertes Feindbild, das traditionelle Russlandfurcht, Schreckbilder von Anarchie und Revolution wie auch Antisemitismus zu umfassenden Bedrohungsängsten vereinte. Mit dem Schlagwort des "Kulturbolschewismus" wurde die gesamte kulturelle Moderne mit den Schrecken des sowjetischen Herrschaftssystems gleichgesetzt.
 
Unabhängig von diesen vielschichtigen Beziehungen zwischen beiden Ländern gab es auch innerhalb beider Gesellschaften deutsch-russische Berührungspunkte. Durch die Revolution waren Hunderttausende von russischen Emigranten nach Deutschland gelangt. Viele blieben auf Dauer. Auch in der Sowjetunion lebten mehrere Millionen Deutsche schon seit dem 18. und 19. Jahrhundert. Dazu kamen in den zwanziger Jahren Deutsche in die Sowjetunion, teils aus politischer Überzeugung, teils auch nur, um Arbeit zu finden.

KURZTEXTVERSION 

 
   Plakat der "Vereinigung zur Bekämpfung des Bolschewismus"

   Dienstmütze der Reichswehr, Feldmütze der Roten Armee, dazwischen Reisepass und Visum des stellvertretenden Generalstabschefs der sowjetischen Armee Triandafilow für einen Besuch Deutschlands zur Teilnahme an einem Generalstabslehrgang 1928

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