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Im nationalsozialistischen Russlandfeindbild mischen sich traditionelle
Russlandfurcht, Antibolschewismus und Rassismus. Zentraler Bestandteil
des Feindbildes war der Begriff "jüdischer Bolschewismus".
Man konstruierte die Vorstellung einer "bolschewistisch-jüdischen
Weltverschwörung", die 1917 in Russland gesiegt habe und
nun auch Deutschland und die übrige Welt bedrohe. Dazu kam
die Forderung nach deutscher Expansion in Osteuropa, die in der
Formel "Lebensraum im Osten" ihren Ausdruck fand. Mit
dem Schlagwort von dem "slawischen Untermenschentum" wurde
diese Ostexpansion gerechtfertigt. Die einzelnen Elemente dieses
Russlandbildes waren in der deutschen Öffentlichkeit weit verbreitet
und keineswegs auf die Nationalsozialisten beschränkt.
Die antisowjetische NS-Propaganda trat mit der Machtübernahme
der Nationalsozialisten 1933 in eine grundlegend neue Phase. Die
Vermittlung von Informationen und Meinungen über die Sowjetunion
wurde nun zentral durch das Reichsministerium für Volksaufklärung
und Propaganda gesteuert, zugleich vergrößerte sich merklich
das Spektrum der Agitationsmöglichkeiten. Presseberichte, Buchpublikationen,
Ausstellungen und Filme wurden als massenwirksame Medien der antisowjetischen
NS-Propaganda eingesetzt. Inszenatorische Höhepunkte bildeten
die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg in den Jahren 1935
bis 1938.
Nach dem Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages
am 23. August 1939 wurde diese Agitationspolitik gestoppt, wobei
man jedoch Wert darauf legte, kein positives Russlandbild zu verbreiten.
Mit dem Angriff auf die UdSSR im Juni 1941 wurde die ursprüngliche
Propaganda in radikalisierter Form wieder aufgenommen.
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