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Museum . Dauerausstellung . Kapitel 3 . Langtextversion

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Der Hitler-Stalin-Pakt 1939-1941
 

Die deutsche Führung setzte nach der Ausdehnung der Herrschaft auf Österreich und die Tschechoslowakei ihre Expansionspolitik fort. Das benachbarte Polen war das nächste Ziel. Trotz des festen Entschlusses zur gewaltsamen Expansion bestand bei der deutschen Führungsspitze Sorge vor einem Zweifrontenkrieg.

Eine Koalition der anderen europäischen Großmächte England, Frankreich und der Sowjetunion gegen Hitler war 1939 möglich. Zu einem Bündnis kam es aufgrund des tiefen gegenseitigen Misstrauens nicht. Die Westmächte fürchteten die Ausdehnung der Stalinschen Herrschaft in Osteuropa, Stalin hatte Angst vor einer neuen Einigung der Westmächte mit dem Dritten Reich wie 1938 im Münchner Abkommen, die dann die Sowjetunion allein in der Konfrontation mit Deutschland gelassen hätte.

Stattdessen einigten sich Stalin und Hitler unter Rückstellung aller ideologischen Überzeugungen und unter Missachtung aller völkerrechtlichen Prinzipien auf die Aufteilung Polens und Ostmitteleuropas. Mit dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag vom 23. August 1939, dem Grenz- und Freundschaftsvertrag vom 28. September 1939 (sowie jeweils beigefügten geheimen Zusatzprotokollen) und einem am 11. Februar 1940 geschlossenen Wirtschaftsabkommen wurde die Neuaufteilung im Osten Europas und die Zusammenarbeit vertraglich festgelegt.

Das erste Opfer war Polen, das nach dem schnellen Erfolg des am 1. September 1939 begonnenen deutschen Angriffs zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt wurde. Für die polnische Bevölkerung begann eine fünf Jahre dauernde deutsche Besatzungsherrschaft, die durch die Ermordung der polnischen Führungsschicht und fast der gesamten jüdischen Bevölkerung, durch Vertreibung und wirtschaftliche Ausbeutung charakterisiert war. Drei Millionen polnische Juden und drei Millionen nichtjüdische Polen wurden Opfer von Krieg und Besatzung.
Die Sowjetunion setzte im ehemaligen Ostpolen mit stalinistischen Methoden unter einer vorwiegend nichtpolnischen Bevölkerung ihre Herrschaft durch. Große Bevölkerungsgruppen wurden deportiert, ca. 26.000 Vertreter der polnischen Staatsmacht und des Bürgertums wurden exekutiert. Die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland wie auch Bessarabien wurden durch das Abkommen mit Hitler annektiert, auch hier wurden Teile der Bevölkerung deportiert. Finnland wurde in einem kurzen, aber verlustreichen Krieg zu Gebietsabtretungen gezwungen.
Für Hitler war der Pakt von Anfang an nur ein taktisches Zwischenspiel, das Hauptziel des Krieges, "Lebensraum im Osten", blieb davon unberührt. Auch Stalin hat nicht an eine lange Dauer des Paktes geglaubt. Für die sowjetische Führung scheint neben den Eroberungen der Gewinn von Zeit das zentrale Motiv für das Bündnis gewesen zu sein, um die Rote Armee technisch wie personell aufzurüsten. Vor allem galt es, die Lücken in den Reihen der kommandierenden Offiziere zu schließen, von denen mindestens 60 Prozent durch die politischen Säuberungen umgekommen waren.

 
KURZTEXTVERSION
 
 
   Titelblatt der "Berliner Illustrirte Zeitung" mit der Nachricht über den Abschluss des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages vom 23. August 1939

   Plakat mit der Bekanntmachung der Todesurteile gegen neun polnische Bauern wegen Nichtablieferung von Lebensmitteln an die deutsche Besatzungsmacht 25. November 1941

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