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Die ersten Planungen für den Angriff auf die Sowjetunion begannen
bereits Mitte 1940, am 18.12.1940 wurde von Hitler die Weisung für
den "Plan Barbarossa", einen Überfall ohne Kriegserklärung,
erteilt. In einem "Blitzkrieg" sollte spätestens
nach vier Monaten das Kriegsziel erreicht sein: die Vernichtung
des sowjetischen Staates und die Herrschaft über ein Gebiet,
das durch eine Linie von Archangelsk bis nach Astrachan begrenzt
wurde. Nur wenige Offiziere und Diplomaten kritisierten diese Pläne,
die Mehrheit war von der Berechtigung des Krieges wie auch von seinem
schnellen Erfolg überzeugt.
Die für den Angriff vorgesehenen Verbände waren mit 3,3
Millionen Soldaten etwa gleich stark wie beim Angriff auf Frankreich,
allerdings waren sie moderner ausgerüstet. Dazu kamen noch
600.000 Soldaten der Verbündeten Rumänien und Finnland.
Während beim Krieg gegen Frankreich jedoch die Regeln des Kriegsvölkerrechts
auch von der deutschen Führung als bindend angesehen wurden,
erhielt der Krieg gegen die Sowjetunion schon in der vorbereitenden
Planung eine neue Dimension. Die Forderung Hitlers nach einem "Vernichtungskrieg"
wurde auch in der Befehlsgebung realisiert: Dicht hinter der kämpfenden
Truppe sollten Einsatzgruppen der SS im Zusammenhang mit der ideologischen
Zielsetzung des Krieges "Sonderaufgaben" erledigen. Für
die Wehrmacht bestand durch den Kriegsgerichtsbarkeitserlass für
Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung nur dann Verfolgungszwang,
wenn die Disziplin der Truppe gefährdet war. Sowjetische Politoffiziere
sollten erschossen werden. Für eine vielfache Millionenzahl
der Bevölkerung im besetzten Gebiet war der Hungertod vorgeplant.
Die sowjetische Führung hat, soweit heute bekannt ist, nicht
an ein stabiles Bündnis geglaubt, aber ein deutsches Vorgehen
erst später erwartet. Spätestens seit dem April 1941 wiesen
die Informationen durch die sowjetischen Nachrichtendienste auf
eindeutige deutsche Angriffsabsichten. Einerseits wurden in dieser
Lage Pläne für einen Präventivangriff gegen den deutschen
Aufmarsch von der militärischen Führung vorgelegt, andererseits
war der Führung die eigene Unfähigkeit zu umfassenden
Militäroperationen zu diesem Zeitpunkt deutlich. Von der obersten
politischen Führung wurde keine eindeutige Weisung gegeben.
Unentschiedenheit charakterisiert die sowjetische Haltung vor dem
22. Juni 1941.
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