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Fast zehn Millionen Deutsche und Österreicher waren kürzer
oder länger als Soldaten der Wehrmacht an der Ostfront, auf
sowjetischer Seite waren es mehr als 25 Millionen Männer und
über eine Million Frauen. Die meisten von ihnen sind, ohne
gefragt zu werden, aus dem zivilen Leben in ein durch massiven Zwang
und Todesgefahr bestimmtes Leben als Soldat geschickt worden. Sie
sind durch diesen Krieg geprägt und auch bei körperlicher
Unversehrtheit verletzt worden.
Kampfhandlungen machten nur einen sehr kleinen Teil des Soldatenlebens
aus. Lange Märsche und körperliche Strapazen, Wachdienst
und als sinnlos empfundenes Warten, Leben in einer zerstörten
Umgebung mit provisorischen Unterkünften und Schlafgelegenheiten,
oft unter extremen klimatischen Bedingungen, unregelmäßige,
häufig unzureichende Mahlzeiten, Schmutz und Ungeziefer, dazu
die permanente Angst vor Verwundung, Verstümmelung oder Tod
- all das kennzeichnete den Alltag der Soldaten auf beiden Seiten.
Für die sowjetischen Soldaten war das Leben in der Regel mit
noch größeren Härten verbunden (so war die Verpflegung
um vieles knapper, Urlaub war für Soldaten in keinem Fall vorgesehen),
grundsätzlich aber haben die Soldaten beider Seiten dieselben
Erfahrungen gemacht.
Ablenkung boten in der knappen Freizeit vor allem Alkohol sowie
Kartenspiel und Lektüre. Die Postverbindung mit der Heimat
hielt noch Bindungen an ein anderes Leben aufrecht. Beziehungen
zu Frauen waren für die zumeist jungen Männer die seltene
Ausnahme.
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