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Museum . Dauerausstellung . Kapitel 7. Langtextversion

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Nationalsozialistische Vernichtungspolitik in der Sowjetunion
 

Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in den besetzten Gebieten der UdSSR basierte auf ideologischen, insbesondere rassistischen, und ökonomischen Motiven. Ziel war die Beseitigung des kommunistischen Systems und seiner Funktionsträger sowie die Dezimierung der einheimischen Zivilbevölkerung, verbunden mit der Auslöschung großer Siedlungszentren. Im Mittelpunkt stand die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung.

Träger der Mordaktionen waren Einheiten der Sicherheitspolizei und des SD. Aber auch Militär- und Zivilverwaltung sowie Teile der kämpfenden Truppe waren beteiligt: durch Duldung, Unterstützung wie auch durch aktive Mitwirkung.

Politoffiziere der sowjetischen Armee, als Vertreter des "jüdisch-bolschewistischen" Systems gebrandmarkt, waren eine erste Zielgruppe ideologischer Vernichtungspolitik.
Zahlreiche Opfer unter der sowjetischen Zivilbevölkerung forderte die rücksichtslose Gewaltpolitik gegenüber tatsächlichem oder vermeintlichem Widerstand ("Bandenbekämpfung"). Zehntausende Zivilisten wurden als Partisanenverdächtige oder -helfer getötet.

Darüber hinaus zielten die wirtschaftlichen Ausbeutungspläne der deutschen Führung auf eine radikale Eliminierung der sowjetischen Zivilbevölkerung. Wenn auch mit dem Scheitern des "Blitzkrieges" die Politik des Hungertodes korrigiert wurde, starben im ersten Kriegsjahr Millionen von Menschen an Hunger.

Als "überflüssige Esser" wie auch als mögliche politische Gegner fielen der deutschen Politik im ersten Halbjahr des Krieges ca. zwei Millionen sowjetische Kriegsgefangene zum Opfer. Eine Behandlung als Kriegsgefangene nach dem Kriegsvölkerrecht wurde ausdrücklich abgelehnt. Bis 1945 starben ca. drei Millionen der 5,7 Millionen sowjetischen Soldaten in deutscher Gefangenschaft.

Im Zentrum der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik aber stand der Mord an der jüdischen Bevölkerung. Die Liquidierungsaktionen begannen sofort nach dem Überfall auf die Sowjetunion und wurden in wenigen Wochen auf die gesamte jüdische Bevölkerung ausgedehnt. Insgesamt wurden im Laufe des Krieges über zwei Millionen Juden auf dem Gebiet der besetzten UdSSR ermordet. Sie starben durch Massenerschießungen wie in Babi Jar bei Kiew, durch Vergasung oder aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen in den Ghettos und Lagern. Die größten Vernichtungslager waren Trostenez in Weißrussland und Jumpravmuiza in Lettland.

 
KURZTEXTVERSION
 
 
   Jüdische Bewohner auf dem Weg in das Ghetto von Minsk

   Himmler besichtigt Kriegsgefangenenlager in Minsk

   Grabungsfunde auf dem ehemaligen Vernichtungslagers Maly Trostenez

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