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Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in den besetzten
Gebieten der UdSSR basierte auf ideologischen, insbesondere rassistischen,
und ökonomischen Motiven. Ziel war die Beseitigung des kommunistischen
Systems und seiner Funktionsträger sowie die Dezimierung der
einheimischen Zivilbevölkerung, verbunden mit der Auslöschung
großer Siedlungszentren. Im Mittelpunkt stand die Vernichtung
der jüdischen Bevölkerung.
Träger der Mordaktionen waren Einheiten der Sicherheitspolizei
und des SD. Aber auch Militär- und Zivilverwaltung sowie Teile
der kämpfenden Truppe waren beteiligt: durch Duldung, Unterstützung
wie auch durch aktive Mitwirkung.
Politoffiziere der sowjetischen Armee, als Vertreter des "jüdisch-bolschewistischen"
Systems gebrandmarkt, waren eine erste Zielgruppe ideologischer
Vernichtungspolitik.
Zahlreiche Opfer unter der sowjetischen Zivilbevölkerung forderte
die rücksichtslose Gewaltpolitik gegenüber tatsächlichem
oder vermeintlichem Widerstand ("Bandenbekämpfung").
Zehntausende Zivilisten wurden als Partisanenverdächtige oder
-helfer getötet.
Darüber hinaus zielten die wirtschaftlichen Ausbeutungspläne
der deutschen Führung auf eine radikale Eliminierung der sowjetischen
Zivilbevölkerung. Wenn auch mit dem Scheitern des "Blitzkrieges"
die Politik des Hungertodes korrigiert wurde, starben im ersten
Kriegsjahr Millionen von Menschen an Hunger.
Als "überflüssige Esser" wie auch als mögliche
politische Gegner fielen der deutschen Politik im ersten Halbjahr
des Krieges ca. zwei Millionen sowjetische Kriegsgefangene zum Opfer.
Eine Behandlung als Kriegsgefangene nach dem Kriegsvölkerrecht
wurde ausdrücklich abgelehnt. Bis 1945 starben ca. drei Millionen
der 5,7 Millionen sowjetischen Soldaten in deutscher Gefangenschaft.
Im Zentrum der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik aber
stand der Mord an der jüdischen Bevölkerung. Die Liquidierungsaktionen
begannen sofort nach dem Überfall auf die Sowjetunion und wurden
in wenigen Wochen auf die gesamte jüdische Bevölkerung
ausgedehnt. Insgesamt wurden im Laufe des Krieges über zwei
Millionen Juden auf dem Gebiet der besetzten UdSSR ermordet. Sie
starben durch Massenerschießungen wie in Babi Jar bei Kiew,
durch Vergasung oder aufgrund der unmenschlichen Lebensbedingungen
in den Ghettos und Lagern. Die größten Vernichtungslager
waren Trostenez in Weißrussland und Jumpravmuiza in Lettland.
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