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Leningrad war vom September 1941 bis Januar 1944 von deutschen
und finnischen Truppen eingeschlossen. Die Versorgung der Bevölkerung
war bis zum Januar 1943 nur über den Ladogasee möglich,
dann wurde eine schmale Landverbindung freigekämpft.
Während der Belagerung starben trotz Evakuierung eines Teils
der Einwohner 18.000 Menschen durch Bomben- und Artillerieangriffe,
mehr als 800.000 Menschen verhungerten. Die deutsche Planung des
Jahres 1941 sah für Leningrad nach der erwarteten Kapitulation
die vollständige Vernichtung der Stadt vor. Das schloss auch
die zwei bis drei Millionen Einwohner ein, die den Winter in der
Stadt ohne Versorgung eingeschlossen bleiben sollten. Die wenigen
Überlebenden sollten im Frühjahr 1942 abziehen, danach
wäre die Stadt von der Landkarte verschwunden. Derartige Vernichtungspläne,
die ähnlich auch für Moskau vorgesehen waren, richteten
sich zum einen gegen Orte, die als Zentren des "Bolschewismus"
und des "Moskowitertums" (Hitler) galten. Daneben sollten
auch andere Siedlungszentren verschwinden, die mit Lebensmitteln
aus der Ukraine versorgt wurden. Die Lebensmittel, die man durch
die Vernichtung oder Vertreibung der russischen Bevölkerung
gewonnen hätte, waren für das Deutsche Reich vorgesehen.
Insbesondere im ersten Kriegswinter ist in den besetzten Gebieten
eine nie genau registrierte, aber Millionen zählende Anzahl
von Menschen verhungert.
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