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Zu den wesentlichen Merkmalen des Krieges gegen die Sowjetunion
zählte von Anfang an die Aufhebung der traditionellen Schutzbestimmungen
für Zivilisten. Der Kampf wurde nicht allein ohne Rücksicht
auf die Zivilbevölkerung im Kampfgebiet geführt, teilweise
war sie auch Objekt der militärischen Aktion. Nach der Besetzung
des Landes wurde sie zum Opfer einer politischen Hungerstrategie.
Durch den sowjetischen Aufruf zum Partisanenkampf ist die Ausweitung
der Kriegshandlungen auf Zivilisten noch gefördert worden.
Auch außerhalb des Front- und Besatzungsgebietes forderte
der Krieg unter den Zivilisten zahlreiche Opfer. 13 Millionen Menschen
flüchteten aus den besetzten Gebieten in das sowjetische Hinterland.
Das Ziel, im Hinterland eine moderne Rüstungsindustrie in Gang
zu halten, konnte angesichts der schwierigen Versorgungslage nur
unter enormen Opfern der Zivilbevölkerung erreicht werden.
Während sich die Rüstungsproduktion zwischen 1940 und
1944 fast verdreifachte, sank die Landwirtschaftsproduktion aufgrund
der Gebietsverluste zwischen 1940 und 1942 auf 40%.
Eine genaue Zahl der im Krieg umgekommenen Zivilisten ist nicht
zu ermitteln, sie ist aber auf mehr als 15 Millionen Tote zu schätzen.
Viele starben durch direkte Kriegseinwirkung, sehr viele mehr noch
durch Hunger und Erschöpfung.
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