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Museum . Dauerausstellung . Kapitel 9.2.

Deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion
 

Im Laufe des Krieges gegen die Sowjetunion gerieten 3,15 Millionen deutsche Soldaten in sowjetische Gefangenschaft. Nahezu jeder Fünfte überlebte die Gefangenschaft nicht.
Die Zahl der Todesopfer, die besonders in den ersten Kriegsjahren sehr hoch lag, war nicht das Ergebnis einer gezielten sowjetischen Vernichtungsstrategie. Die schlechten Lebensbedingungen der Kriegsgefangenen waren auf organisatorische Mängel, Korruption und Willkür zurückzuführen. Zu einem wesentlichen Teil resultierte die mangelhafte Versorgung aus den verheerenden Schäden, die der Krieg in der Sowjetunion verursacht hatte und unter denen auch die sowjetische Bevölkerung zu leiden hatte.
Die Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion bedeutete für die meisten deutschen Soldaten einen ständigen Überlebenskampf gegen Hunger, Kälte, Krankheit. Die Ungewissheit über die Dauer der Gefangenschaft und die als willkürlich erfahrene sowjetische Rechtsprechung verschärften das Gefühl von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit noch einmal tiefgreifend. Schließlich wurde ein kleiner Teil der deutschen Kriegsgefangenen als Faustpfand in den politischen Auseinandersetzungen zwischen der Sowjetunion und dem Westen eingesetzt. Einige konnten erst zehn Jahre nach Kriegsende zurückkehren.
Ein kleiner Kreis deutscher Soldaten und Offiziere versuchte während des Krieges aus der Gefangenschaft heraus, politisch-propagandistisch gegen das NS-Regime und seinen Krieg zu wirken. Die im Sommer 1943 gegründeten Organisationen "Nationalkomitee Freies Deutschland" und "Bund Deutscher Offiziere" arbeiteten in Abhängigkeit von den sowjetischen Stellen. Die Tätigkeit der Mitglieder, zu denen Walther von Seydlitz, Heinrich von Einsiedel und Bernt von Kügelgen zählten, ist bis heute umstritten. Die Kritik reicht von einer positiven Bewertung des konsequenten Engagements für eine Beendigung des Krieges bis zu dem Vorwurf, sie hätten aus Opportunismus mit Kommunisten zusammengearbeitet.

 
 
   Deutsche Kriegsgefangene in Ostpreußen

   Deutsche Kriegsgefangene bei Arbeitseinsätzen

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