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Museum . Rezeption . Berliner Morgenpost, 09.06.2000

Streit um General Bersarin: Brief an Thierse
 

Der ehemalige sowjetische Stadtkommandant Nikolai Bersarin soll nach Ansicht der CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten Vera Lengsfeld, Günter Nooke und Hartmut Koschyk nicht wieder in die Ehrenbürgerliste der Stadt Berlin aufgenommen werden. Bersarin sei für "unvorstellbare Verbrechen an der deutschen Zivilbevölkerung" bei der Eroberung der deutschen Ostgebiete mit verantwortlich, meinten die drei Abgeordneten gestern in einem Brief an Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Thierse habe den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, kürzlich um eine erneute Ehrenbürgerschaft Bersarins gebeten.

Bersarin war von Ende April bis Ende Juni 1945 Stadtkommandant von Berlin. Er erhielt 1972 posthum die Ehrenbürgerschaft von Ost-Berlin, wurde aber 1992, nach der Vereinigung, gestrichen.

Das Berliner Parlament hatte am 18. Mai die erneute Aufnahme Bersarins in die Ehrenbürgerliste kontrovers diskutiert und den Fall in den Kulturausschuss überwiesen.

Der Stadtkommandant sei von der Ehrenbürgerliste gestrichen worden, weil ihm fälschlich unterstellt worden sei, für die Deportation von 47 000 Menschen verantwortlich gewesen zu sein, heißt es in einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Neben den Grünen sprachen sich auch die PDS und die SPD für eine Rehabilitation aus. Die CDU lehnte dies ab.

 

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