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Als Fotoreporter der "Komsomolskaja Prawda" gehörte
Iwan Schagin bereits in den dreißiger Jahren zur Spitze der
sowjetischen Fotojournalisten. Seine Arbeiten über Industrie,
Landwirtschaft, Sport, Alltag, Jugendverband und Rote Armee, die
ungewöhnliche Aufnahmestandpunkte und Bildkompositionen zeigen,
lehnten sich an die Methoden der Gruppe »Oktjabr« an,
die um 1930 als Formalisten abgestempelt worden waren. Gerade die
souveräne Formsprache Schagins hob seine Bilder jenseits allen
propagandistisch-ideologischen Gehalts aus den mittelmäßigen
Auftragsarbeiten jener Zeit hervor.
Der deutsche Überfall vom 22. Juni 1941 markierte für
Schagin wie für die gesamte sowjetische Bevölkerung eine
Zäsur. Als Fotokorrespondent dokumentierte er den Krieg vom
ersten bis zum letzten Tag. Die Bandbreite der in dem Vorkriegsjahrzehnt
dargestellten Lebenswelten prädestinierte Schagin, die unterschiedlichen
Facetten und Orte des Lebens im Krieg festzuhalten. Der Krieg an
der Front, das Elend der Zivilbevölkerung, die Zerstörungen,
die Anstrengungen der Heimatfront, nicht zuletzt das Kriegsende
in Berlin sind die Themen der Fotografien, deren Ausdrucksstärke
oft in der stilisierten Formsprache liegt. Der breite Bogen der
Themen zwischen Krieg an der Front und Krieg in der Heimat hat der
Nachwelt die Möglichkeit gegeben, sich diesen Krieg auch nach
einem halben Jahrhundert zu vergegenwärtigen.
Neben den ca. 70 Fotografien in der Ausstellung wurden in einer
Computerpräsentation weitere 260 Fotos Iwan Schagins vorgestellt,
die einen tieferen Einblick in das Spektrum seiner Arbeiten ermöglichen
sollten.
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