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Museum . Sonderausstellung . "Kriegsspuren"

"Kriegsspuren - Portraits deutscher und russischer Veteranen"

Eine fotografische Dokumentation von Martin Hertrampf
Sonderausstellung vom 18. November 2005 - 19. Februar 2006
Eröffnung: 17. November 2005 - 18 Uhr
Werkstattgespräch: 26. Januar 2006 - 18 Uhr

Kriegsspuren    

Die Deutschen und Russen gemeinsame Geschichte des Zweiten Weltkrieges hat im Laufe der Nachkriegsjahrzehnte selbst eine ganz eigene Geschichte hinterlassen. Trauer, Siegerstolz, Verdrängung, Schweigen, Heldenverehrung sind nur einige der Reaktionen auf die tiefgreifenden Umwälzungen des Krieges und seiner heutigen Bewertung. So unterschiedlich auch der Umgang mit der eigenen Vergangenheit und die Bewertung des eigenen Handelns sind - eines ist auch hier Deutschen und Russen gemein: die identitätsprägende Fortwirkung der Kriegserfahrung, die sich die unterschiedlichsten Ausdrucksformen sucht. Deren Pole bilden offizielles und öffentliches Gedenken einerseits, private Erinnerungen der Kriegsgeneration andererseits. Spuren des Krieges finden sich in der Architektur der Nachkriegszeit wie in den Lebensläufen der Menschen wieder - nicht zuletzt sehen wir sie in ihren Gesichtern.

 

In Kooperation mit dem deutsch-russischen Museum Berlin-Karlshorst setzt der Dresdner Fotograf Martin Hertrampf mit seinem Ausstellungsprojekt "Kriegsspuren - Portraits deutscher und russischer Veteranen" genau an den Prägungen dieser Gesichter von ehemaligen deutschen und russischen Soldaten an.

 

Sechs Jahrzehnte nach Kriegsende nähert sich diese Kriegsgeneration ihrem Lebensende. Die Nachgeborenen verlieren mit ihrem Tod die letzten Zeitzeugen, die Auskunft geben können - mit Worten, mit Dokumenten, mit historischen Fotos, nicht zuletzt auch durch ihre physische Existenz, die die Kriegserfahrung geprägt hat. Über die Bilder soll die ungebrochene Präsenz der Auseinandersetzungen mit diesem Teil deutsch-russischer Geschichte vermittelt werden.

 

Portraits können und sollen Geschichten evozieren, die permanente existenzielle Bedrohung des Einzelnen im Räderwerk des Krieges gräbt Spuren in die menschliche Physiognomie. Auf dieser These fußend soll die fotografische Arbeit, ergänzt durch Gespräche, die mit den Portraitierten geführt wurden, auch die Brüche in der Geschichte und den Geschichten festhalten. Diese Gespräche wie auch historisches Material - meist Erinnerungsfotos wie persönliche und offizielle Dokumente aus der Kriegszeit - das einige Veteranen dem Fotografen übergeben haben, werden ebenfalls in der Ausstellung gezeigt.

 

Das deutsch-russische Museum gibt zur Ausstellung einen zweisprachigen Begleitband im Ch. Links Verlag heraus, der die Fotoarbeiten und in Auszügen die Interviews mit den Portraitierten, wie auch historische Dokumente aus dem Besitz der Interviewten dokumentiert. Mit einem Essay über Fragen aktueller Erinnerungsformen und über die medialen Möglichkeiten der Fotografie in diesem Zusammenhang werden die kulturgeschichtlichen Aspekte des Themas aufgegriffen. Der Fotograf gibt darüberhinaus in einem Interview Auskunft über seine Arbeit.

 

Katalog: Ch. Links Verlag - im Buchhandel als Hardcover: ca. 24,90 € / im Museum als Broschur: 16,00 €

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