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Die Russische Agentur für internationale Informationen, RIA Nowosti, stellt die Fotoausstellung "Russland und Deutschland: Kapitel aus der diplomatischen Geschichte, 1955 - 2005" vor. Sie ist dem 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Russland/UdSSR und der Bundesrepublik Deutschland gewidmet.
Russland und Deutschland nehmen einen besonderen Platz auf dem europäischen Kontinent ein, spielen eine wichtige, schicksalsträchtige Rolle in der europäischen und der Weltpolitik und formen das Antlitz des Europa von heute. Gegenwärtig, da die Epoche der blutigen Konflikte und der politischen Konfrontation der Vergangenheit angehört, handeln Russland und Deutschland in der internationalen Politik als gleichberechtigte Partner. Von der Abstimmung ihrer Positionen und Handlungen hängen in hohem Grade die Stabilität und das Gedeihen in der Welt ab.
In den letzten 50 Jahren gab es in den russisch-deutschen Beziehungen drei Perioden, die eine Wendung bedeuteten: die Aufnahme diplomatischer Beziehungen 1955, der Abschluss des Moskauer Vertrages 1970 und die Lösung des Problems der Vereinigung Deutschlands 1990.
Im ersten Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Europa mehrere Ereignisse und Konfliktsituationen, von denen viele direkt mit dem Ausgang des Krieges und der Niederlage des nazistischen "Reiches" zusammenhingen. Aber selbst in den Jahren der härtesten Konfontation zeigten die Sowjetunion und die BRD viel Weisheit, indem sie einen Schritt aufeinander zu taten. Der Moskau-Besuch einer von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführten westdeutschen Delegation im September 1955 war sowohl für unsere beiden Länder als auch für ganz Europa von historischer Bedeutung. Am 13. September 1955 wurden die sowjetisch-westdeutschen Verhandlungen durch die Annahme des Abschlusskommuniqués und den Austausch von identischen Schreiben zwischen den Regierungschefs gekrönt. Der Bundestag billigte das Abkommen über die Herstellung diplomatischer Beziehungen am 23. September, das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR tat das am 24. September. Darauf fand der Austausch von diplomatischen Vertretern im Range von Botschaftern statt.
Als 1969 in der BRD die sozialliberale Koalition unter dem Vorsitzenden der Sozialdemokraten Willy Brandt an die Macht kam, begann ein Übergang von der Konfrontation zum Realismus, zu der sogenannten "neuen Ostpolitik". Der Moskauer Vertrag vom 12. August 1970 und das Vier-Mächte-Abkommen über Westberlin vom 3. September 1971 schufen Bedingungen für eine Erweiterung der Wirtschaftszusammenarbeit und sicherten den Frieden in Europa im Laufe von zwei Jahrzehnten. Es war kein Zufall, dass die Unterzeichnung des Moskauer Vertrages und die Vorbereitung des Helsinki-Prozesses in der ersten Hälfte der 70er Jahre zeitlich zusammenfielen. Das war der Anfang einer allgemeinen Bewegung zur Entspannung in Europa.
Die ersten sowjetisch-westdeutschen Abkommen im Rahmen des "Gas-Röhre-Projektes" bildeten einen starken Impuls zum Ausbau der wirtschaflichen Kontakte und schufen eine zuverlässige Basis für die künftigegegenseitig nützliche Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland in der Energetik.
Eine markante Wende in den bilateralen Beziehungen trat 1989/1990 ein: das Ende des Kalten Krieges, der Fall der Berliner Mauer und schließlich die Wiedervereinigung Deutschlands. Gerade die Sowjetunion spielte die Schlüsselrolle beim Zustandekommen der deutschen Einheit. Im Ergebnis einer intensiven diplomatischen Arbeit im 2+4-Format wurde der Vertrag über die endgültige Regelung in Bezug auf Deutschland ausgearbeitet und am 12. September 1990 in Moskau von den Außenministern der sechs Staaten unterzeichnet.
Die Rechtsgrundlage der Beziehungen Russland und der BRD ist heute der Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit, der am 13. September 1990 in Moskau von den Außenministern paraphiert und am 9. November 1990 in Bonn von Michail Gorbatschow und Helmut Kohl unterzeichnet wurde.
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