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Er gehörte in den zwanziger Jahren zu den Pionieren des neuen
Sehens in der Fotografie: Arkadij Schaichet (1898 - 1959), der als
Retuscheur zur Fotografie kam und sein Handwerk als Bildreporter
erlernte. Mit der neuen Perspektive seiner Arbeiten seit der Mitte
der zwanziger Jahre nimmt er einen Platz unter den Klassikern der
fotografischen Moderne ein. Seine Arbeiten zeigen zugleich, dass
er als Fotojournalist nie den Bezug zum abgebildeten Gegenstand
oder Ereignis verloren hat. Die von der Obrigkeit erzwungene Abwendung
von der Formsuche der Fotografie in den dreißiger Jahren traf
ihn daher nicht im Kern, so konnte er durchaus Elemente der Innovation
erhalten.
Der Krieg, den er von 1941 bis 1945 als Reporter dokumentierte und
in dem er zugleich durch seine Veröffentlichungen mitkämpfen
wollte, stellte andere Anforderungen an den Fotografen: Der Anspruch
des Staates, aber wesentlich auch die Realität des Krieges
verlangten eine andere Wahrnehmung und Formung als die Arbeit im
Frieden. Als deren Resultat sind uns eine Reihe von eindrücklichen
Bildern überliefert, die in der russischen Fototradition inzwischen
zu Klassikern der Kriegsfotografie geworden sind. In dieser Ausstellung
wie auch im Begleitband werden Schaichets Kriegsfotos daher gleichgewichtig
neben seine frühen Arbeiten gestellt, werden Veränderung
wie auch Kontinuität der Bildsprache erkennbar.
Begleitband und Katalog im Espresso-Verlag
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