Das Foto hat Gyula Spitz am 27. August 1941 in Kamenez-Podolsk aufgenommen. Als jüdischer Arbeitsdienstler aus Budapest war er als Fahrer der ungarischen Armee vor Ort. © USHMM

»Auf dem Weg begriff ich, dass wir erschossen werden würden …« – Impulsreferate und Podiumsdiskussion

85 Jahre nach der Massenerschießung von Kamjanez-Podilskyj

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „1941. Juni-Briefe. Ungelesene Feldpost aus Kamjanez-Podilskyj“

Donnerstag, 27. August 2026 | 18 Uhr | im Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Ort der Information, Cora-Berliner-Straße 1, 10117 Berlin)

Ende August 1941 ermordeten deutsche Einheiten unter dem Befehl von SS-Obergruppenführer Friedrich Jeckeln über 23.000 jüdische Kinder, Frauen und Männer in der ukrainischen Stadt Kamenez-Podolsk (ukrainisch: Kamjanez-Podilskyj). Etwa die Hälfte der Opfer stammte aus Ungarn. Das Massaker war in seinen Dimensionen bis dahin beispiellos und gilt heute, 85 Jahre später, als wichtige Etappe auf dem Weg zum systematischen Mord an den europäischen Juden. Noch nie öffentlich gezeigte Fotos ermöglichen neue Blickwinkel auf die ersten Monate der deutschen Besatzung in der Ukraine und die Ereignisse, die den beginnenden Massenmord an den Juden begleiteten. Diese Veranstaltung gehört zum Rahmenprogramm der Ausstellung »1941 Juni-Briefe. Ungelesene Feldpost aus Kamjanez-Podilskyj«, die im Museum Karlshorst gezeigt wird.

Das Zitat »Auf dem Weg begriff ich, dass wir erschossen werden würden …« stammt von Klara Moskal, die als 17-jährige Jüdin die Massenerschießungen in ihrer Heimatstadt Kamenez-Podolsk nur durch Glück überlebte.

PROGRAMM:

Begrüßung: Uwe Neumärker (Stiftung Denkmal)

Impulsreferate und Podiumsdiskussion:

Adam Kerpel-Fronius (Stiftung Denkmal): Der Beginn der deutschen Besatzung in der Ukraine und Ungarns Rolle beim Verbrechen von Kamenez-Podolsk

Oliver Gaida (Stiftung Denkmal): Fotografische Quellen aus dem August 1941. Eine Rekonstruktion der Massenerschießung und ihre Vorgeschichte

Bozhena Kozakevych (Stiftung Denkmal): Der Holocaust in den ukrainischen Erinnerungskultur(en)

Christoph Meißner (Museum Berlin-Karlshorst): Das Erinnern an das Verbrechen im heutigen Kamjanez-Podilskyj

Moderation: Adam Kerpel-Fronius (Stiftung Denkmal)

 

Der Eintritt ist frei.

Um Anmeldung bis zum 26. August 2026 unter Tel. (030) 26 39 43-36 oder veranstaltungen@stiftung-denkmal.de wird gebeten.

Wenn Sie an der Veranstaltung teilnehmen, stimmen Sie zu, dass dort entstandene Foto- und Filmaufnahmen veröffentlicht werden dürfen.