Events

Stalingrad - Filmvorführung

24.01.2018 20:00 - 24.01.2018 22:00

Ort: Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums

Einführung: Christoph Hesse

UdSSR 1943, R: Leonid Warlamow, B: John Wexley, K: Abram Kozakow, Ivan Lamow, Boris Vahar u.a., M: V. Mochrousow, 72‘ · OmU

Die Dokumentarfilmarbeit von Leonid Warlamow (1907–1967) fußt auf umfangreichen Erfahrungen. Warlamow arbeitete lange Jahre als Regiekameramann bei der sowjetischen Wochenschau „Kino-Shurnal“, im Krieg leitete er Gruppen von Kameraleuten an den verschiedensten Fronten. Mit diesen gründlichen Kenntnissen des Ausgangs-Filmmaterials montierte er im Moskauer Zentralstudio für Dokumentarfilme seine abendfüllenden Kompilationsfilme Die Vernichtung der deutschen Truppen vor Moskau (1942) und Stalingrad (1943). Warlamow fügte zusammen, was seine Kollegen, die Frontkameraleute, gedreht hatten: alle nur denkbaren Kriegs-Sujets, oft „heiß“ in den vordersten Linien aufgenommen. Er folgte dabei strikt den militärischen Abläufen, nicht ohne den Sieg der Roten Armee in der Stalingrader Schlacht zu preisen. (ga)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Stalingrad-Reflexe".

Pionierschule der Wehrmacht

25.01.2018 19:00 - 25.01.2018 21:00

1938 eröffnete in der Zwieseler Straße eine Pionierschule der Wehrmacht. Dies war Teil der Aufrüstung des nationalsozialistischen Deutschlands. Die Schule bildete Militäringenieure aus. Im März 1945 wurde sie evakuiert und stand bei Kriegsende leer.

Welikij perelom / Die große Wende - Filmvorführung

26.01.2018 18:30 - 26.01.2018 20:30

Ort: Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums

Einführung: Günter Agde

UdSSR 1945, R: Friedrich M. Ermler, B: Boris Chirskov, K: I. Schifrin, D: Mikhail Dershawin, Pyotr Andriyevsky, Yuri Tolubejew, 108‘ · 35mm, OmeU

Die Stalingrader Schlacht erzählt der Spielfilmregisseur Friedrich Ermler (1898–1967) durchweg aus der Sicht kommandierender Militärs. Die Akteure der Handlung sind realen Generälen nachempfunden. Sie führen wortreiche Rededuelle um militärische Operationen, zumeist weit hinter der Front. Die Szenerie wird von Lagebesprechungen, Rangabzeichen auf sauberen Uniformen und Messtischblättern in neutralen Zimmern bestimmt. Die Figuren haben keine Biografie und nichts Privates. Erst in der zweiten Hälfte des Films kommt die kämpfende Truppe bei Häuserkämpfen ins Bild, ohne Verwundete und Tote. Der Gegner, die deutsche Wehrmacht, ist stets präsent, aber personell unsichtbar. Das Finale bleibt im Genre damaliger Kriegsfilme: Kapitulation – Gefangenschaft – strahlende, aber müde Sieger – Salutschießen. Welikij perelom wurde 1945 von Lenfilm produziert, erhielt den Stalinpreis 1. Klasse und in Cannes den Grand Prix. Ab Juni 1947 lief der Film in einer DEFA-Synchronfassung in den ostdeutschen Kinos. 1967 überarbeitete Mosfilm die Uraufführungsfassung.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Stalingrad-Reflexe".

Hunde, wollt ihr ewig leben - Filmvorführung

26.01.2018 21:00 - 26.01.2018 23:00

Ort: Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums

Einführung: Günter Agde

BRD 1959, R: Frank Wysbar, B: Frank Wysbar, Frank Dimen, Heinz Schröter, K: Helmuth Ashley, M: Herbert Windt, D: Joachim Hansen, Wilhelm Borchert, Wolfgang Preiss, Karl Lange, Horst Frank, 98‘ · 16mm

Der erste deutsche Film, der die Schlacht um Stalingrad in einer fiktionalen Handlung als Spielfilm gestaltet, immerhin anderthalb Jahrzehnte nach dem Ereignis und mit dem Wissen um den Ausgang der Stalingrader Schlacht. Und für ein bundesdeutsches Nachkriegs-Publikum. – Nach einem Tatsachenbericht eines Überlebenden zeigt Wysbar die Entwicklung eines jungen Offiziers mit NS-Überzeugung, der sich im Inferno des Kessels von Stalingrad allmählich von seiner Gläubigkeit entfernt und zusammen mit einigen untergebenen Soldaten erkennen muss, dass es für sie alle kein Entkommen aus Verstrickung, Not und bröckelndem Ehrverständnis gibt. Am Ende stehen der Tod oder die Gefangenschaft mit ungewisser Zukunft. Wysbar montiert mit großem Geschick zeitgenössisches deutsches und sowjetisches Dokumentarfilmmaterial der Frontkameraleute und kann so die Gefechte in Stalingrad mit enormer Authentizität in die fiktive Geschichte einbringen. (ga)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Stalingrad-Reflexe".

Poslednije pisma - Die letzten Briefe / …damit es weitergeht / Schlachtfelder - Filmvorführung

31.01.2018 20:00 - 31.01.2018 22:00

Ort: Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums

Einführung: Günter Agde

Poslednije pisma / Die letzten Briefe

UdSSR 1968, R: Harry Stoitschew, Sawwa Kulisch, 30' · 35mm, DF

…damit es weitergeht

DDR 1970, R: Richard Cohn-Vossen, 30‘ · 35mm

Schlachtfelder

DDR 1985, R: Peter Voigt, 51‘ · 35mm

Drei sehr verschiedene Dokumentarfilme, die von Schuld und Scham, von individueller Verstrickung und persönlichem Überleben berichten, gespiegelt durch Reflexion und Erinnerungen Jahre danach. – Fundament vieler Dokumentarfilme über Stalingrad sind erhalten gebliebene Briefe deutscher Soldaten. Diese privaten Dokumente – intime Mitteilungen an die Lieben daheim, die nie zur Veröffentlichung gedacht waren – bilden eine historische Quelle, um die nicht-militärischen Komponenten der Stalingrader Schlacht erfassen zu können. Wenn es gelingt, eine filmische Verbindung zwischen den Verfassern der Briefe und dem Stalingrader Kriegsgeschehen herzustellen, kann die Erinnerung an Stalingrad zur Gedächtniskultur beitragen, wie das Harry Stoitschew und Sawwa Kulisch vorschlagen. Richard Cohn-Vossen konfrontiert deutsche „Stalingrader“ mit ihren Erlebnissen. Und Peter Voigt schlägt einen großen historischen Bogen von Stalingrad zur Schlacht um Verdun im Ersten Weltkrieg. (ga)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Stalingrad-Reflexe".

Oni shrashalis sa rodinu / Sie kämpften für die Heimat - Filmvorführung

04.02.2018 16:30 - 04.02.2018 19:00

Ort: Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums

Einführung: Fabian Tietke

UdSSR 1975, R/B: Sergej Bondartschuk, K: Wadim Jussow, D: Wassili Schukschin, Sergej Bondartschuk, Iwan Lapikow, 150‘ · 35mm, DF

Der sowjetische Starregisseur Sergej Bondartschuk (1920-1994) gestaltete 1975 nach Erzählungen von Michail Scholochow ein großes Schlachtenpanorama: den langen, opferreichen Weg einer Gruppe Rotarmisten durch den Krieg. Bondartschuk zeigt keine Generalität, sondern nur einfache Soldaten – individuell und sehr persönlich (allesamt hervorragend besetzt, auch Bondartschuk selbst spielt mit). Er zeigt auch keine Gegner – die deutsche Wehrmacht bleibt ohne Individualität, nur eine anonyme Kraft. Die Rotarmisten beweisen Tapferkeit und Opferbereitschaft, aber auch Kameradschaftlichkeit. Sie müssen durch Dreck, Schweiß und Blut, sie haben Ängste und leiden unter den Strapazen der Märsche. Aber letztendlich siegen sie. Der Titel des Films ist wörtlich zu nehmen. Ranghohe Militärs als Konsultanten sicherten ab, dass Bondartschuks pathetische Kriegsbilder in dieser Mosfilm-Großproduktion dem sowjetischen Geschichtsverständnis der 1970er Jahre entsprachen. (ga)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Stalingrad-Reflexe".

Stalingrad - Filmvorführung

04.02.2018 20:00 - 04.02.2018 22:00

Ort: Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums

Einführung: Fabian Tietke

D 1993, R: Joseph Vilsmaier, B: Christoph Fromm, Johannes Heide, K: Joseph Vilsmaier, Klaus Moderegger, Peter von Haller, Karel Dobrichorsky, Jan Smolik, D: Dominique Horwitz, Thomas Kretschmann, Jochen Nickel, Sebastian Rudolph, 138‘ · 35mm

Der Münchner Regisseur Joseph Vilsmaier (Jahrgang 1939), der auch das Drehbuch schrieb, gestaltete ein Kolossalgemälde der Schlacht um Stalingrad. Stalingrad führt eine Gruppe deutscher Landser eines Sturmpionier-Bataillons vom sonnigen Italienurlaub in den Kessel von Stalingrad und in den Untergang. Die Konzentration auf eine kleine Gruppe junger Soldaten gestattet es, in der Personalisierung Allgemeingültiges zu erfassen: Landser-Mentalitäten, schnoddriger Witz, Sentimentalität, Kriegsromantik der bittersten Art, Fatalismus, Überlebenswille, sogar Ängste. Auch eine Liebesromanze zwischen einem deutschen Soldaten und einer Russin darf nicht fehlen. Die Gegenseite – „die Russen“ – bleibt weitgehend ausgespart. Beim Ausgang der Schlacht für die deutsche Wehrmacht – Tod oder Gefangenschaft – folgt er dem historischen Verlauf. (ga)

Mit freundlicher Genehmigung vonBavaria Media GmbH

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Stalingrad-Reflexe".

Stalingrad 3D - Filmvorführung

07.02.2018 20:00 - 07.02.2018 22:30

Ort: Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums

Einführung: Fabian Tietke

RUS 2013, R: Fjodor Bondartschuk, B: Ilja Tilkin, Sergej Sneschkin, K: Maxim Osadtschi, M: Angelo Badalamenti, D: Pjotr Fjodorow, Janina Studilina, Dmitri Lyssenkow, Thomas Kretschmann, Heiner Lauterbach, 135‘ · Blu-ray, OmU, 2D-Fassung

Fjodor Bondartschuk (Jahrgang 1967), Sohn des sowjetischen Starregisseurs Sergej Bondartschuk, hat offenbar die inszenatorischen Neigungen des Vaters zu Aufwand und Wucht übernommen. Bauteile des modernen Action-Kinos US-amerikanischer Prägung kommen in Stalingrad 3D zum Einsatz: scharfe, schnelle Schnitte; Tempo; zugespitzte, blutige Action-Szenen, vor allem wenn es um die Darstellung von Nahkämpfen geht. Fjodor Bondartschuk inszeniert die Schlacht um Stalingrad als ein barbarisches Gemetzel, „die blutigste Schlacht der Geschichte“ nennt er sie. Er gestaltet eine Rahmenhandlung im Tsunami-Gebiet um Fukushima und fügt zwei romantische Liebesgeschichten ein. Konsequent bleibt er in der Optik der kämpfenden Soldaten und lässt Kommandierende und Politiker beider Seiten außen vor. Und er spart nicht an Pyrotechnik, Kunstblut und computergestützten Schlachtszenen, unterstützt von einem furiosen Ton für alle Schlachtgeräusche. (ga)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Stalingrad-Reflexe".

»Erinnerung an Stalingrad«

08.02.2018 19:00 - 08.02.2018 21:00

Ort: Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

Podiumsgespräch im Rahmen der Reihe STALINGRAD REFLEXE (Flyer)

Das heutige Wolgograd ist ein wichtiger Erinnerungsort für die deutsche Gesellschaft, ebenso wie für die sowjetische und die aus ihr hervorgegangenen Gesellschaften. Die Memorialisierung der Schlacht um Stalingrad ist vielfältig und durch die jeweilige Erinnerungs- und Gedenkkultur eines Landes geprägt. Sobald der 75. Jahrestag von „Stalingrad“ hinter uns liegen wird, wollen wir mit deutschen und russischen Akteuren der Erinnerungskultur über die Memorialisierung des Ereignisses reden. Dabei soll es um das Zuhören und Nachfragen, das Hinterfragen und möglichweise auch das Unverständnis gehen, wenn man den Blick auf die Formen des Gedenkens des Anderen richtet.

Es diskutieren:
Anton Artamonov (Panorama-Museum »Die Stalingrader Schlacht«, Wolgograd)
ASF-Freiwillige aus Deutschland
Zuständige für Städtepartnerschaft aus den Stadtverwaltungen in Köln und Wolgograd mit Beispielprojekten von Jugendlichen zur Erinnerungskultur
Torsten Dietrich (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr)

Moderation: Dr. Jörg Morré (Museum Berlin-Karlshorst)