Events

75 Jahre Nationalkomitee Freies Deutschland

12.07.2018 19:00 - 12.07.2018 21:00

Am 12. Juli 1943 wurde in einem Kriegsgefangenenlager nahe Moskau das „Nationalkomitee Freies Deutschland“ gegründet. Kriegsgefangene Wehrmachtsoldaten schlossen sich mit deutschen Emigranten im sowjetischen Exil zusammen, um gemeinsam zum Sturz Hitlers aufzurufen. Ihr Appell zeigte letztlich keine Wirkung. Aber die Sowjetunion unterstützte das Nationalkomitee bis zum Kriegsende. Die Geschichte des Komitees ist vielschichtig, wurde kontrovers diskutiert und ist heute fast vergessen. Anlässlich seines 75. Jahrestages aber will das Museum Berlin-Karlshorst an diese deutsch-sowjetische Zusammenarbeit im Zweiten Weltkrieg erinnern.

Vortrag zum Thema:

Dr. Jörg Morré
Direktor des Museums Berlin-Karlshorst, seine 2001 erschienene Doktorarbeit leuchtete die Hintergründe der Gründung des Nationalkomitees aus

Podiumsgast:

Dr. Günter Glaser
Dr. Günter Glaser war im Fronteinsatz für das Nationalkomitee; später avancierte er zu einem der namhaften Militärhistoriker der DDR

Wissenschaftliche Tagung: "Musik macht Politik. Politik macht Musik"

21.09.2018 15:30 - 23.09.2018 12:00

ein Kooperationsprojekt des Deutsch- Russischen Museums Berlin- Karlshorst und der Akademie für Politische Bildung in Zusammenarbeit mit den Münchener Philharmonikern

Am Abend vor seiner Ermordung besuchte der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner ein Konzert der Münchner Philharmoniker. Dies ist nur ein Beispiel aus der Geschichte dieses Münchner Orchesters, bei dem sich Musik und Macht mit den Zeitläuften kreuzten.

Die Tagung bildet einen wichtigen Programmpunkt der Saison 2018/19 der Münchner Philharmoniker, die in diesem Jahr ihr 125jähriges Jubiläum begehen. Die Veranstaltung möchte den scheinbar apolitischen Charakter von Musik dekonstruieren und überlegen, in welchem Verhältnis die Musik zur Macht stand und steht. Dabei richten wir den Blick nicht nur auf die im wahrsten Wortsinne Instrumentalisierung von Musik durch Macht und Politik, sondern fragen auch nach den orchesterinternen Hierarchien, wo der Dirigent mit seinem Taktstock geradezu eine absolutistische Macht in den Händen hält, nach der sich das gesamte Ensemble ausrichtet.

Die Münchner Philharmoniker und ihre Geschichte werden in besonderem Maße im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. Im Rahmen eines Konzertes wird das Ensemble zudem aufzeigen, dass man nicht nur mit Worten, sondern auch mit Musik über die eigene Geschichte sprechen kann. Die Klangfarben vom Kaiserreich bis in die Bundesrepublik geben einen Einblick in den Zusammenhang zwischen Musik und Geschichte.

Daneben wird ein vergleichender Blick auf andere Orchester geworfen. Zum Abschluss der Veranstaltung spielen zudem russische Musiker Stücke, die von deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion komponiert wurden, und zeigen so, wie Musik und Gewalt in einem unfreiwilligen Zusammenhang standen.

Das Programm finden Sie hier.

Anmeldungen können über das Online-Formular der Akademie für politische Bildung erfolgen:
https://www.apb-tutzing.de/programm/tagung/38-3-18