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Wissenschaftliche Tagung: "Musik macht Politik. Politik macht Musik"

21.09.2018 15:30 - 23.09.2018 12:00

ein Kooperationsprojekt des Deutsch- Russischen Museums Berlin- Karlshorst und der Akademie für Politische Bildung in Zusammenarbeit mit den Münchener Philharmonikern

Am Abend vor seiner Ermordung besuchte der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner ein Konzert der Münchner Philharmoniker. Dies ist nur ein Beispiel aus der Geschichte dieses Münchner Orchesters, bei dem sich Musik und Macht mit den Zeitläuften kreuzten.

Die Tagung bildet einen wichtigen Programmpunkt der Saison 2018/19 der Münchner Philharmoniker, die in diesem Jahr ihr 125jähriges Jubiläum begehen. Die Veranstaltung möchte den scheinbar apolitischen Charakter von Musik dekonstruieren und überlegen, in welchem Verhältnis die Musik zur Macht stand und steht. Dabei richten wir den Blick nicht nur auf die im wahrsten Wortsinne Instrumentalisierung von Musik durch Macht und Politik, sondern fragen auch nach den orchesterinternen Hierarchien, wo der Dirigent mit seinem Taktstock geradezu eine absolutistische Macht in den Händen hält, nach der sich das gesamte Ensemble ausrichtet.

Die Münchner Philharmoniker und ihre Geschichte werden in besonderem Maße im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. Im Rahmen eines Konzertes wird das Ensemble zudem aufzeigen, dass man nicht nur mit Worten, sondern auch mit Musik über die eigene Geschichte sprechen kann. Die Klangfarben vom Kaiserreich bis in die Bundesrepublik geben einen Einblick in den Zusammenhang zwischen Musik und Geschichte.

Daneben wird ein vergleichender Blick auf andere Orchester geworfen. Zum Abschluss der Veranstaltung spielen zudem russische Musiker Stücke, die von deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion komponiert wurden, und zeigen so, wie Musik und Gewalt in einem unfreiwilligen Zusammenhang standen.

Das Programm finden Sie hier.

Anmeldungen können über das Online-Formular der Akademie für politische Bildung erfolgen:
https://www.apb-tutzing.de/programm/tagung/38-3-18

Das Münchner Abkommen als Gipfel der Appeasementpolitik - Eine Veranstaltung zum 80. Jahrestag

25.09.2018 19:00 - 25.09.2018 21:00

Das Münchner Abkommen vom 30. September 1938 sollte den Krieg in Europa verhindern, doch dies erwies sich als eine Fehleinschätzung. Nicht einmal ein Jahr später begann das nationalsozialistische Deutschland mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 einen brutalen Angriffskrieg. Für die Tschechoslowakei bedeutete dies das Ende ihrer seit 1918 nur zwanzig Jahre währenden Selbstständigkeit. Wie sind die Zugeständnisse im Rahmen der französisch-britischen Appeasement-Politik 80 Jahre später zu bewerten? Was bedeutet dies in der Erinnerung der beteiligten Staaten und was können wir für aktuelle Konflikte aus dem Münchner Abkommen lernen?

Es diskutieren:

Florian Dierl (Leiter des Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Nürnberg)
Jaromir Mrnka (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für die Studien totalitärer Regime, Prag)
Stefan Martens (stellv. Direktor des Deutschen Historischen Institut, Paris)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der AG Geschichte des Deutsch-Russischen Austauschs.