Veranstaltungen

„… ein notwendiges Übel“ – Der Arbeitseinsatz der sowjetischen Kriegsgefangenen im Reichsgebiet

12.10.2021 19:00 - 12.10.2021 21:00

Am 12.10.2021 um 19 Uhr findet die zweite Vortragsveranstaltung im Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung "Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg" statt. Das Begleitprogramm vertieft die Themen der Ausstellung.

 

„… ein notwendiges Übel“ – Der Arbeitseinsatz der sowjetischen Kriegsgefangenen im Reichsgebiet

mit Rolf Keller (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten)

 

Im Verlauf des Krieges wurden in der deutschen Kriegswirtschaft zunehmend Kriegsgefangene und ausländische Zwangsarbeiter beschäftigt. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion kamen wegen des notorischen Arbeitskräftemangels trotz ideologischer Bedenken auch im Reichsgebiet sowjetische Kriegsgefangene zum Einsatz. Unzureichende Verpflegung, brutale Behandlung und harte Arbeitsbedingungen verursachten im Herbst/Winter 1941/42 eine hohe Todesrate. Nach dem Scheitern der Blitzkriegsstrategie im Krieg gegen die Sowjetunion und dem damit verbundenen drastischen Anstieg des Arbeitskräftebedarfs wurde die Behandlung der Kriegsgefangenen im Frühjahr 1942 den Sachzwängen angepasst, so dass sich ihre Situation allmählich besserte, jedoch weiterhin nicht annähernd derjenigen der Kriegsgefangenen aus anderen Staaten entsprach.

 

Rolf Keller hat zu den sowjetischen Soldat_innen in den Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern im Deutschen Reich geforscht und Veröffentlichungen unter anderem zu ihrem Arbeitseinsatz vorgelegt. Sein Vortrag wird durch zeitgenössische Fotografien und Dokumente illustriert.

 

Der Eintritt ist frei.

 

Bitte melden Sie sich zur Veranstaltung an unter schroeder@museum-karlshorst.de.

Für die Teilnahme gilt die 3G-Regel (geimpft, getestet, genesen).

 

(Foto: Kriegsgefangene bauen einen Knüppeldamm, Jerschitschi bei Roslawl, 19. September 1941, PK: Mehls, Bundesarchiv, Koblenz)

Die Zusammenarbeit von Wehrmacht, Gestapo und SS: Wege sowjetischer Kriegsgefangener in die KZ

18.11.2021 19:00 - 18.11.2021 21:00

Den dritten Vortrag im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung "Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg" wird Daria Kozlova, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Flossenbürg, zu folgendem Thema halten: "Die Zusammenarbeit von Wehrmacht, Gestapo und SS: Wege sowjetischer Kriegsgefangener in die KZ".

 

Nationalsozialistische Konzentrationslager dienten vor Beginn des Zweiten Weltkriegs der Kontrolle und Erziehung potenziell staatsfeindlicher Personen und damit aus Sicht der Nationalsozialisten dem Schutz der „Volksgemeinschaft“. Unterschiedliche politische Einstellungen, abweichendes Verhalten oder soziale Gründe konnten dazu führen, in sogenannte Schutz- oder Vorbeugungshaft genommen zu werden. Der Aufenthalt von Kriegsgefangenen in den KZ war ursprünglich nicht vorgesehen. Trotzdem gelangten nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion mehr als 100.000 männliche und eine nicht zu bestimmende Zahl weibliche Angehörige der Roten Armee in die KZ. Bei ihrer Ausbeutung, Bestrafung und Hinrichtung arbeiteten Wehrmacht, Gestapo und SS eng zusammen. Der Vortrag zeigt auf, wie den sowjetischen Gefangenen durch diese Kooperation ihr Status als Kriegsgefangene entzogen und internationale kriegsrechtliche Schutzbestimmungen ausgehebelt wurden – aus ideologischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen.

 

Daria Kozlova ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Historischen Abteilung der Gedenkstätte Flossenbürg. Sie promoviert zudem zum Thema „Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg in der Ukraine nach 1991“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

 

Der Eintritt ist frei.

 

Bitte melden Sie sich zur Veranstaltung an unter schroeder@museum-karlshorst.de.

Für die Teilnahme gilt die 3G-Regel (geimpft, getestet, genesen).