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Sowjetische Kriegsgefangene. Rückkehr und Erinnerung

02.06.2022 19:00 - 02.06.2022 20:30

Der Vortrag zum Thema "Sowjetische Kriegsgefangene. Rückkehr und Erinnerung" von Esther Meier (Deutsches Historisches Institut Moskau) ist die letzte Veranstaltung im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung "Dimensionen eines Verbrechens. Sowjetische Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg".

 

Der deutsche Umgang mit den sowjetischen Kriegsgefangenen zählt zu den größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs. Diejenigen, die überlebten, wurden in ihrem Heimatland jedoch nicht als Sieger, sondern als Verräter empfangen. Die Rückkehrer sahen sich mit geheimdienstlicher Überprüfung und Stigmatisierung konfrontiert, einige auch mit Zwangsmaßnahmen. In der Erinnerungsgemeinschaft an den „Großen Vaterländischen Krieg“ war für sie lange kein Platz. Das Bild der Kriegsgefangenen als „feige Elemente“ und Kriegsteilnehmer zweiter Klasse blieb in der Sowjetunion jahrzehntelang wirkungsmächtig, aber keineswegs unangefochten. Unterschiedliche sowjetische Akteure aus Politik, Kultur, Militär und Gesellschaft forderten Anerkennung für die sowjetischen Kriegsgefangenen und eine Pluralisierung der Erinnerung an den „Großen Vaterländischen Krieg.“

 

Esther Meier stellt Quellen aus postsowjetischen Archiven vor, die die geheimdienstliche Überprüfung der Kriegsgefangenen dokumentieren, und bietet einen Überblick zu Kriegsgefangenschaft, Rückkehr und Erinnerung aus sowjetischer Perspektive.

 

Zur Person: Dr. Esther Meier ist wissenschaftliche Leiterin des Projekts „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene“ am Deutschen Historischen Institut in Moskau

 

Begrüßung und Moderation: Jörg Morré (Direktor des Museums Berlin-Karlshorst)

 

Der Eintritt ist frei.

 

Bitte melden Sie sich zur Veranstaltung an unter schroeder@museum-karlshorst.de.

 

Foto: Informationstafeln in der Open-Air-Ausstellung "Dimensionen eines Verbrechens", Harry Schnitger, Museum Berlin-Karlshorst